Seit über drei Jahrzehnten bietet unsere besondere Wohnform der Sozialen Teilhabe Haus Klein Linde Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen einen Ort, an dem Stabilisierung gelingt, Fähigkeiten zurückkehren und in einer verlässlichen Gemeinschaft neue Perspektiven entstehen. Das Jubiläumsfest am 23. Juli 2025 zeigte eindrucksvoll, was dieses Haus ausmacht: Ein respektvolles Miteinander, professionelle Begleitung und einen Alltag, der Menschen immer wieder über sich hinauswachsen lässt.
Ein 30-jähriges Jubiläum feiert man nicht oft - daher wurde im Vorfeld geplant, eingekauft, geputzt und mit den Bewohnerinnen und Bewohnern fleißig Auftritte geprobt. Dann kam unser besonderer Tag und es regnete in Strömen – davon ließen wir uns aber nicht unterkriegen. Unsere Einrichtungsleiterin Beate Muhs blickte in ihrer Ansprache auf 30 Jahre intensive Arbeit zurück, in denen Fach- und Menschlichkeit die Begleitung von Menschen mit chronischen Abhängigkeitserkrankungen prägten.
Viele der Bewohnerinnen und Bewohner kommen in körperlich oder seelisch herausfordernden Situationen nach Klein Linde. Hier erlernen viele Schritt für Schritt wieder Grundregeln des Zusammenlebens, müssen sich oft den Weg aus dem Rollstuhl mit Motivation und Zuspruch erkämpfen, haben aber auch die Möglichkeit ihre oft versteckten Fähigkeiten in unserer Gemeinschaft einzubringen. Für viele Frauen und Männer wurde Klein Linde zu einem Zuhause. Andere gingen nach einer Phase der Stabilisierung ihren Weg weiter – in neue persönliche Perspektiven oder andere Wohnformen. Leider sind manche der uns anvertrauten Menschen verstorben – auch an sie erinnerte Beate Muhs mit großer Würde. Mit einem besonderen Dank ehrte sie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die das Haus Klein Linde seit über zehn oder zwanzig Jahren prägen – eine Verlässlichkeit und Loyalität, die heute keineswegs alltäglich sind.
Im Anschluss übernahm Andreas Frey, Mitarbeiter der DO-Seelsorge, das Wort und hielt eine kleine Andacht. Besonders toll waren seine Lieder, die alle kräftig mitsangen. Als Geschenk brachte er aus seinem Garten eine Rose mit, über die wir uns sehr freuten. Sie hat einen besonderen Platz in unserem Garten bekommen. Leider konnte Pater Jörg Eickelpasch Obl. OT beim Jubiläum nicht dabei sein, ihm danken wir sehr für die vielen tollen Jahre der Zusammenarbeit.
Musik, Unterhaltung, Freude
Anschließend konnten unsere Bewohnerinnen und Bewohner endlich ihre Darbietungen zeigen: Sie tanzten mutig und stolz den einstudierten Lambada, für den sie wochenlang geübt hatten, spielten einen Sketch über skurrile Missverständnisse beim Arztbesuch und sorgten trotz strömenden Regens für beste Stimmung. Beim gemeinsamen Essen war ausreichend Zeit für Gespräche mit unseren Gästen vom Landkreis, der Betreuungsbehörde, der Gemeinde, Betreuerinnen, Betreuern und Kolleg/-innen und Bewohnenden aus dem Haus am See in Tornow. Es wurde gemeinsam gelacht, gerockt und gesungen, was zu einer tollen Stimmung beitrug und die Haltung unseres Hauses widerspiegelt: Menschen stärken, Gemeinschaft ermöglichen und die nächsten Herausforderungen zusammen anpacken: Mit Herz, Lachen und Tatendrang.